Literaturcafé und Literaturwerkstatt

InfoMehrfach wurde im neuen Lernstudio und initiiert vom Lernstudio-Team der Gesamtschule Friedenstal bereits ein Literaturcafé oder eine Schreibwerkstatt durchgeführt. Zumeist handelt es sich um eine Veranstaltungsform für Kurse und mit SchülerInnen der Oberstufe. Die SchülerInnen werden jeweils an der Planung, Durchführung und Gestaltung aktiv beteiligt.


Literaturcafe GeFSeit dem 25.10.2010 bis zum 08.02.2011 haben bereits sechs solcher Veranstaltungen stattgefunden. Beteiligt waren SchülerInnen des Leistungskurses Deutsch (EBI) im 12. Jg., die Deutsch-Grundkurse im 12. Jg. (KON, RMI, HMA), die vier 11er Deutsch-Kurse (EBI, KON, KLA, SIB) sowie am 08.02.2011, dem Tag des Besuchs der Jury des Deutschen Schulpreises eine gemischte Gruppe von etwa 40 SchülerInnen der 6. bis zur 12. Jahrgangsstufe. Gerade dieser letzte Termin mit Workshopcharakter, bei dem die SchülerInnen selbstverfasste Geschichten ihrer MitschülerInnen zum Thema "Verantwortung übernehmen" hörten und eigene neue Fortsetzungen dazu schrieben, kam sehr gut an. Hier konnte eine Synergie genutzt werden. Eines der Qualitätskriterien für die Jury war die Frage der Übernahme von Verantwortung. Und um Verantwortung ging es auch bei dem 4. Literaturwettbewerb-OWL der Bezirksregierung.

Literaturcafe GeFAn diesem Wettbewerb hatte sich die Gesamtschule beteiligt - so stark wie bisher keine andere Schule in der Region seit Anbeginn dieses Wettbewerbs im Jahr 2005. Die üppige Menge von 65 dieser ausgedachten Geschichten oder lyrischen Texte war zuvor fristgerecht eingereicht worden. Derzeit werden in Detmold die PreisträgerInnen aus allen beteiligten Schulen ermittelt. Die Bekanntgabe soll im Juni 2011 sein. Aber auch in der GEF wird mit diesen gesammelten Texten noch weitergearbeitet. Sie werden nach und nach auf Stellwänden mit einem Foto der jungen AutorInnen in der Schule ausgestellt und auch hier sollen die besten Beiträge noch ermittelt und prämiert werden. Textarbeit und Kreativitätsförderung erfolgt auf unterschiedliche Weise. Es geht um Lyrik, um erzählende Texte, um dramatischeTexte wie auch um Textkritik und neue Zugänge zur Welt der Literatur. Wichtig ist vor allem die eigene produktive Auseinandersetzung der SchülerInnen mit Literatur und Formen des Schreibens Beispielhaft ist der "Woyzeck-Workshop" zu nennen, der im Januar erstmals durchgeführt wurde.

"Woyzeck-Workshop" im Literaturcafé des Lernstudios der Herforder Gesamtschule Friedenstal
Der "Woyzeck-Workshop" war ein Experiment und wurde  mit dem gesamten 12. Jg. am Montag, 17.01.2011, im Lernstudio sowie in den Kursräumen durchgeführt. Er schloss sich an den gemeinsamen Besuch der extra für interessierte Schulen der Umgebung angebotenenen "Woyzeck"-Aufführung am 14.01.2011 im Stadttheater Bielefeld an.

Literaturcafe GeFDie SchülerInnen erhielten direkt vor der Aufführung zehn unterschiedliche Beobachtungsaufgaben. Jede/r Schüler/in sollte während der Aufführung einen bestimmten Aspekt genauer beachten. Weiterhin sollte jede/r Schüler/in begründet darstellen, welche beiden Figuren während der Inszenierung ihn bzw. sie besonders beeindruckt haben. Bei dem Workshop am darauffolgenden Montag sollten diese Eindrücke in gemischten Gruppen vorgestellt, ausgetauscht und verschriftlicht werden. Zwei der vier 12er Kurse arbeiteten gemeinsam im Lernstudio (LK bei EBI und GK bei KON), zwei weitere Grundkurse arbeiteten in ihren Kursräumen. Die Ergebnisse fielen sehr unterschiedlich aus. Manche waren umfangreich, gelungen und manchmal auch sehr präzise - manche zeugten eher von mangelnder Erfahrung mit dieser Form der Auseinandersetzung mit Literatur und Theater geprägt. Der Austausch war in den meisten Gruppen sehr lebendig und kontrovers.

Interessant war aber auch ein Faktum: Viele SchülerInnen waren zunächst mit eher geringem Interesse in die Aufführung gegangen. Sie sahen den Theaterbesuch eher als Ausflug nach Bielefeld. Doch nahezu alle zeigten sich nach der Aufführung völlig begeistert. Ein Großteil war vor allem von der schauspielerische Leistung von Omar El-Saedi ( in der Rolle des Woyzeck) und Thomas Wolff (in der Rolle des Doktors) fasziniert und beeindruckt. Die Beobachtungsaufträge und Aufforderungen zur Theaterkritik, die im Workshop ausgetauscht wurden, sollten den Zusammenhang zwischen dem abiturrelevanten Unterrichtsstoff und dem Theaterbesuch verdeutlichen. Weiterhin sollten sie Einblicke und Einsichten in gattungs- und dramaturgische Fragen ermöglichen. Der gemeinsame Theaterbesuch soll weterhin Interesse an literarischen Texten und Formen ihrer Darstellung wecken. An der Gesamtschule Friedenstal existiert seit vielen Jahren ein Literaturkursangebot, bei dem jährlich ein von SchülerInnen konzipiertes und gespieltes Stück  gezeigt werden kann. Für diese wie auch für andere SchülerInnen kann  somit der Theaterbesuch eine Quelle der Inspiration sein.  Ein eventuell als uninteressant oder sperrig erlebter Lesestoff kann durch eine gelungene Inszenierung eine ganz neue Aufmerksamkeit erfahren und ist  ein Beitrag zu einem besseren Textverständnis.

Literaturcafe GeFViele SchülerInnen der Gesamtschule wünschten sich einen baldigen Besuch von einzelnen SchauspielerInnen für eine Gesprächsrunde im Lernstudio. Eine erste Zusage für einen möglichen Besuch von Omar El-Saedi liegt bereits vor. Viele der migrantischen SchülerInnen lobten insbesondere die Besetzung der Hauptrolle mit einem Schauspieler, der selbst einen erkennbaren Migrationshintergrund aufweist. Ein Termin mit diesem gefragten Schauspieler, der auch in Fernsehproduktionen auftritt, muss jedoch noch gefunden werden.

In der NW vom 28.02.2011 (Seite Kultur/Medien) ist ein von Stefan Brams verfasstes Porträt des 30jährigen Schauspielers, dessen Eltern aus Ägypten stammen, zu lesen. Er wird ab dem 5. März im Bielefelder Stadttheater mit einer neuen Produktion auf der Bühne stehen. Es handelt sich um die Inszenierung des Romans "Der Leopard" von Giuseppe Tomasi di Lampedusas. Omar El-Saedi spielt Tancredi, den Lieblingsneffen des alten Fürsten Salina.Er wird in große Fußstapfen treten. In der grandiosen Romanverfilmung von Visconti aus dem Jahr 1963 wurde Tancredi von Alain Delon gespielt. Vor dem Hintergrund der derzeitigen politischen Ereignisse in Tunesien und Ägypten, so teilte er Stefan Brams mit, seien ihm die dargestellte sizilianische und von gesellschaftlichen Umbrüchen geprägte Gesellschaft und die sich daraus ergebenden Fragen "unglaublich aktuell" erschienen.


   

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