GeF - Berichte aus dem Schulleben

Fachtag der Naturwissenschaften am 30.6.16 – der Wetterballonflug

Die Gesamtschule Friedenstal  führt in jedem Schuljahr einen Fachtag  durch. Im Schuljahr 2013/14 war dieser Tag dem Thema Europa und im Schuljahr 2014/15 dem Fachbereich Sprachen gewidmet.

Am Donnerstag, den 30.6.16 fand nun an der Gesamtschule Friedenstal ein Fachtag Naturwissenschaften statt. In der Zeit von 8.00-15.30 Uhr beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler in insgesamt 38 Projektgruppen mit Themen aus Naturwissenschaft und Technik..  So ging es unter anderem um wissenschaftliche Messmethoden sportlicher Leistungen, die Chancen und Risiken der Kernenergie, das Spannungsfeld zwischen Evolutionstheorie und Schöpfungserzählungen, sowie literarische Wissenschaftsentwürfe am Beispiel des Science-Fiction-Autors Terry Pratchett.
Die Ergebnisse der Projektgruppen konnten am Freitagmorgen im Foyer und im Forum der Schule besichtigt werden.

Einen Höhepunkt des Fachtages hatten Physikschülerinnen und -schüler der Sek II EF/Jahrgang 11 zusammen mit ihrem Physiklehrer U. Pastel und der Referendarin D. Lödige vorbereitet. Gegen 10.30 Uhr wurde auf dem Schulhof ein Wetterballon gestartet, der eine kleine Sonde in die Stratosphäre trug. Diese Sonde sammelte Daten zu Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck und filmte mit einer Actionkamera den Flug. Angeleitet wurden die Schülerinnen und Schüler sowie die begleitenden Lehrkräfte dazu durch ein Team von  StratoflightsTM

Natürlich (es lagen ja keine Erfahrungen vor) lief bei den Vorbereitungen zum Start nicht alles glatt. Als erstes spielte das Wetter nicht mit, doch dann um 10 Uhr hörte der Regen auf, gerade  im Zeitfenster, welches die Bezirksregierung Münster vorgegeben hatte.
Beim Befüllen des Ballons mit Ballongas versagte  das Einlassventil, so dass ein Ersatzventil angeschraubt werden musste. Die Zeit rannte davon.
Dann hatten die Schüler den ca. 2 m  im Durchmesser großen Ballon mit dem 5 m darunter am Seil hängenden Fallschirm in der Luft, da stolperte unser Fotograph über das 10 m lange Seil zwischen Sonde und Fallschirm. Die Sonde mit den Messgeräten flog durch die Luft und der Messarm brach ab. Die Schülerinnen und Schüler bewahrten einen kühlen Kopf, holten schnell das Panzertape und flickten den Messarm.  Danach ging es schnell, die Sonde hob unter lautem Beifall und Hurrarufen der Schülerinnen und -schüler, die ihre eigene Projektarbeit für den Start unterbrochen hatten, ab!
Nun fiel uns auf, dass wir in der ganzen Aufregung das Adressschild unserer Schule vergessen hatten!  Wir mussten uns voll und ganz auf den mitfliegenden GPS Tracker verlassen!

1 Gasbefüllung          2 Der Ballon hebt ab aus Sicht der Sonde           3 Die Sonde hebt ab

(Gasbefüllung des Ballons)                                                              (Der Ballon hebt ab)                                                                (Die Sonde hebt unter Beifall ab)

Nach ca. 2 Stunden erreichte die Sonde eine Höhe von 30 km, dort platzte der Ballon und die Sonde fiel zur Erde zurück.

4 Die Schule von oben                 8 Stratosphäre 30 km

(Die Schule von oben)                                                                                                                                                                               (In 25.000 m Höhe)

Der GPS-Tracker meldete sich nach 3 ½ Stunden Flug; wir atmeten auf!! Die Sonde landete unglücklicherweise im militärischen Sperrgebiet in der Nähe von Munster in der Lüneburger Heide in einem  30 m hohen Baum. Dort wurde sie mit Hilfe eines hiesigen Bauern, zweier zuständiger Förster sowie eines ehemaligen Abiturienten unserer Schule unter großen Anstrengungen geborgen.  Gegen 19 Uhr hieß es dann: wir haben die Sonde! Um 21 Uhr erreichte sie wieder Herford!!!

10 Die Sonde im Baum gelandet              11 Die geborgene Sonde        Unsere-Sonde-pdf

(Die Sonde im Baum)                                                            (Die geborgenen Sondenteile)                                                                      (Aufbau unserer Sonde)

Neben den schönen Bildern erfuhren und lernten die Physikschülerinnen und -schüler eine Menge über das ideale Gasgesetz, die Zusammensetzung der Atmosphäre, die Bedingungen in der Stratosphäre, die barometrischen Höhenformel und die Ortung mit Hilfe eines GPS Systems.
Erste Auswertungen zeigen:
•    In der Stratosphäre haben wir tatsächlich nur noch einen Luftdruck von ca. 20 hPa (auf Meeresspiegelniveau sind es ca. 1000 hPa).
•    Die Temperatur steigt beim Eintritt in die Stratosphäre tatsächlich an. Das liegt an dem Ozon, welches sich in der Stratosphäre ansammelt und die gefährliche elektromagnetische Strahlung der Sonne in Wärmestrahlung verwandelt. Unsere Temperaturwerte in der großen Höhe (zwischen – 20 0C und -50C) liegen dabei allerdings ca. 35 0C über den in der Literatur angegebenen Daten. – Somit müssen wir jetzt erforschen, ob das mit dem Bimetallthermometer zu tun hat, wenn es sich in dünner Atmosphäre aufhält, oder ob es tatsächlich solch „hohe“ Temperaturen geben kann.

U. Pastel (Physik)

 

   

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