GeF - aktuelle Infos

Die aktuelle Broschüre der Gesamtschule Friedenstal


Einen kleinen Einblick in die wichtigsten Informationen erhalten sie in unserer aktuellen Broschüre

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 GeF - Berichte aus dem Schulleben

Ausstellung Bildern des Kunstprojektes zum Thema Flucht im Herforder Rathaus

Viele Menschen sind heute auf der Flucht. Viele Menschen haben in anderen Ländern ein neues Leben aufbauen können, haben sich retten können vor Verfolgung, Folter, Hunger und Armut. Was es bedeutet, eine neue "Heimat" und Arbeit zu finden, die Familien wieder zusammen bringen zu können, das kann nur derjenige ermessen, der es erlebt hat. Viele Kinder der Gesamtschule Friedenstal haben so etwas erlebt, oder sind Kinder von Eltern, die ihre Heimat aus unterschiedlichen Gründen verlassen mussten.
Schüler und Schülerinnen aus dem 9. und 10. Jahrgang haben sich nun mit diesem Thema in einem Kunstprojekt künstlerisch beschäftigt. Inspiriert von Fotografien haben sie Menschen auf der Flucht dargestellt und ein Hauptaugenmerk dabei auf Kinder gerichtet. Dabei haben sie auch den Blick in die Vergangenheit gewagt: wie sah Flucht früher aus?

Schüler-Projektgruppe

Der WDR war bei der Entstehung der Bilder dabei und berichtete am 14.03.2017 davon in der WDR Lokalzeit: (bei 19:01min) http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-ostwestfalen-lippe/video-lokalzeit-owl-1136.html

Die Bilder werden in einer Ausstellung im Rathaus Herford gezeigt. Die Ausstellungwird eröffnet am 3. April 2017, 19:00 Uhr im Rathaus Herford, Rathausplatz 1, Foyer und Rathausflur (Begrüßung: Reneé Claudine Bredt (Kuratorium Erinnern Forschen Gedenken e.V.)
Einführung in die Ausstellung: Nina Koch (Gesamtschule Friedenstal, Herford) Die Ausstellung ist bis zum 30. April 2017 zu den Öffnungszeiten des Rathauses und samstags und sonntags von 14 bis 16 Uhr (Zugang über die Gedenkstätte Zellentrakt) geöffnet.

Es sind Bilder von Flüchtenden aus dem 2. Weltkrieg die zu dem Bild von Gülben Örsoglu und Erjona Demiri führen: Eine Mutter hat den Koffer in der Hand und geht los. das Kind sieht den Betrachter an, es begreift nicht, was geschieht. Ein Mann sitzt auf einem Koffer, auf wen wartet er?Auch das Bild von Lorine Aslan hat ein Foto von Flüchtenden aus dem 2. Weltkrieg als Grundlage. Bewusst hat sie sich für eine schwarz-weiß Farbigkeit entschieden, um zu verdeutlichen, dass es um eine vergangene Zeit geht - aber auch um eine Zeit, in der die schönen Farben des Lebens zu verblassen scheinen. Menschen auf der Straße, im steten Unterwegssein, mit dem Gebäck in der Hand. Eine namenlose Menge, in der der Einzelne als Persönlichkeit nicht mehr gesehen wird, deshalb malte Lorine nicht ihre Gesichter.
In schwarz- weiß- grauen Tönen ist auch das Bild von Corinna Marciniak und Zeynab Farooq gehalten. Im Mittelpunkt stehen ein Mann und Junge. Der Junge möchte nicht mitgehen. Der Mann reicht ihm die Hand und ermuntert ihn. Beide sehen traurig aus. Am Horizont sehen wir schon die anderen, die weiterziehen, die die Zeltstadt bereits verlassen haben. Eine weitere Station auf dem langen Weg. Ein trauriges Bild.
Eine Frau flüchtet mit einem Kind auf dem Arm. Ist es tot? Wir wissen es nicht. Sie geht durch eine wüstenähnliche Landschaft. Die Leere als Sinnbild der Entbehrung. Ihr und ihrem Kind fehlt das Zuhause. Anna Roschka hat sie für uns gemalt.
Um das Fortgehenmüssen handelt es sich auch in dem folgenden Bild: Ein mit Gepäckstücken voll beladener Karren wird mühselig von einem Mann gezogen. Ein Junge möchte ihm helfen und schiebt mit. Sollte er nicht eher mit anderen Kindern spielen oder in der Schule sein? Eine Stadt, eine Heimat wird verlassen. Eine schöne Stadt verlassen sie, die Architektur zeigt es uns. Und sie ist sehr weit weg: arabische Schriftzeichen stehen auf einem Haus. Wir sehen sie auf dem Bild von Narin Kamo und Evin Cakar.
Ein Kind einsam und verlassen in einer fast menschenleeren Gegend, übrig gelassen, vergessen? Ein leerer Wasserkanister zeigt, dass auch andere hier bereits Station gemacht haben. Vielleicht ist dieses Kind durstig, es hält die Flasche, die viel zu groß ist, in der Hand. Durstig ist es aber auch nach Zuwendung, Schutz und Geborgenheit. Die klein im Hintergrund dargestellte Figurengruppe von einem Vater, der sein Kind auf den Armen hält, lässt diese Vermutung in uns entstehen. Gemalt haben es Enes Örsoglu und Özan Duman.
Als Pressefoto ging es um die Welt. Sie werden es kennen. Der tote Junge mit Namen Ailan Kurdi gestrandet an der Küste. Der Rettungshelfer steht hilflos davor. Ein Bild, das einen nicht unberührt lassen kann: Wie grausam diese Flucht geendet hat. Darf man so ein Foto malen? Ja, man darf!    Erst Recht, wenn man eine Tante hat, die ihren Sohn nach ihm benannt hat. Soswin Mohammad und Alena Karakus haben das Bild gemalt, und damit in unsere Erinnerung geholt, was wir bereits verdrängt hatten.
Verwundete Kindergesichter sehen wir auf dem Bild von Lara Koch und Tabea Büthe. Eine zertrümmerte Kriegslandschaft im Hintergrund mit einem zerstörten Planwagen und Leiterwagen. Sie deuten auf ein historisches Foto, welches hier die Grundlage bildete. Manche Eltern und manche Schüler der Gesamtschule Friedenstal sind aus Kriegsländern geflüchtet, z.B. aus dem Kosovo, aus dem Irak, aus Serbien Die Schülerinnen haben die Zusammenstellung des Fotos aber verändert. Sie haben die Proportionen verändert und das Bild wie eine Collage zusammengesetzt. Sie machen unmissverständlich deutlich, wie Kinder unschuldig zu Opfer werden. Und sie erinnern und mahnen, jedenfalls legt die erhobene Hand diese Schlussfolgerung nah.
Auch ein weiteres Kind mahnt uns. Es sieht den Betrachter auffordernd an. Fragt mit seinem durchdringenden Blick: Was tust Du dagegen? Warum muss ich hier sein? Es zeigt ein Mädchen in zerrissener schmutziger Kleidung, welches vor einer Notunterkunft steht. Gemalt haben es Birhat Hoban und Sina Hoppe.
Die Geschichte lehrt die Menschen, dass die Geschichte die Menschen nichts lehrt. sagte einst Mohandas Karamchand Gandhi, indischer Rechtsanwalt und geistiger Führer der indischen Freiheitsbewegung. Es könnte die Überschrift zu dem Bild von Ardita Toplica sein. Sie hat ein Bild mit einem christlichen Motiv ausgewählt: die Flucht nach Ägypten. Könnte diese Szene aber nicht genauso eine heutige Familie auf der Flucht darstellen?
Die Realisierung dieses ungewöhnlichen Kunstprojektes entstand im Rahmen der Bildungspartnerschaft mit dem Kuratorium Erinnern Forschen Gedenken e.V. Herford. Mit seiner Bildungspartnerschaft ermöglicht es Projekte, in denen sich Schüler auf eine ganz andere Weise mit der Geschichte auseinander setzen können, als sie es im Unterricht gewohnt sind.

Ermöglicht wurde die Realisierung der Bilder auch durch die Firma wellteam/ Schöneberg aus Herford, die uns große Pappen als Malgründe spendete.

 

Nina Koch

 

   

Fotoalben

   

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