GeF - aktuelle Infos

Die aktuelle Broschüre der Gesamtschule Friedenstal


Einen kleinen Einblick in die wichtigsten Informationen erhalten sie in unserer aktuellen Broschüre

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GeF - Berichte aus dem Schulleben

500 Jahre Rebellion gegen Dogmen und Ideologien

Projektwoche der Gesamtschule Friedenstal zum Thema „Reformation“

„Und, Herr Luther, hat es sich gelohnt?“ Etwas verloren steht Martin Luther auf der Bühne und muss über diese Frage erst einmal nachdenken. Gerade sind vor ihm – und den Zuschauern im Forum der Gesamtschule Friedenstal – 500 Jahre europäische Geschichte im Zeitraffer vorbeigelaufen: Vom Jubel über Luthers befreiende Botschaft vom gnädigen Gott über die Gräuel des Dreißigjährigen Kriegs bis hin zum Absolutismus, von der Ausbeutung der Menschen während der Industrialisierung über die Schrecken der Weltkriege bis hin zum wieder erstarkenden Nationalismus unserer Tage. In Form einer kurzen Theaterrevue stellte eine Gruppe von Oberstufenschülerinnen und -schülern die Frage nach der Wirkung Luthers in der Geschichte. Diese Revue wurde während der beiden Projekttage zur Reformation erarbeitet, deren Ergebnisse am Donnerstag, dem 9. Februar Mitschülerinnen und Mitschülern und Eltern in einer Abendveranstaltung präsentiert wurden.

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„Reformation – 500 Jahre Rebellion gegen Dogmen und Ideologien“ war dieses Projekt überschrieben, das Oberstufenleiter Dirk Jahnke auf die Formel „230 – 16 – 1“ brachte: Alle 230 Schülerinnen und Schüler der Oberstufe nahmen an einem von 16 Projekten teil, die dann gemeinsam an einem Abend vorgestellt wurden. Das Thema war bewusst weit gezogen – und dementsprechend vielfältig waren die Ergebnisse: Zum Einen gab es Projektgruppen, die sehr eng zu Luther und zur Reformation gearbeitet hatten. Eine Gruppe war zur Wartburg gefahren, auf der Luther die Bibel übersetzt hatte, und präsentierte diesen Ort deutscher Geschichte im Modell und in Bildern. Die Auswirkungen der Reformation in Herford erforschten Schülerinnen und Schüler im Stadtarchiv Herford. Insbesondere die Kirchenordnung von Martin Dreier aus dem Jahr 1534 wurde dabei unter die wissenschaftliche Lupe genommen.

Eine weitere Gruppe hatte die aktuelle Ausstellung im Kloster Dalheim zum Bild Luthers in der Geschichte besucht – mit Ausstellungstafeln und in einer stilisierten Gesprächsrunde auf der Bühne fragten sie nach den Verdiensten Luthers, beschäftigten sich aber auch mit dessen unsäglicher Hetzschrift gegen die Juden sowie der Luther-Rezeption in Kaiserreich, Nationalsozialismus und in der DDR. Andere Projektgruppen hatten sich mit dem Dreißigjährigen Krieg und der Epoche der Aufklärung beschäftigt.

Das heutige Verhältnis der Konfessionen stand im Zentrum eines Gesprächs, zu dem der evangelische Superintendent Michael Krause und der katholische Ruhestandspfarrer Udo Tielking in die Schule gekommen waren – die Videoausschnitte daraus zeigten, dass dabei auch die Frage nach dem Verhältnis von Christentum und Islam zur Sprache kam. Tielking, der auch zur Präsentation in die Schule gekommen war, zeigte sich beeindruckt von der Intensität des Gesprächs.

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Zwei weitere Projekte beschäftigten sich mit den Auswirkungen der Reformation in der Kunst. Während eine Gruppe sich mit dem Frauenbild seit der Reformation beschäftigte und eigene Werke bis hin zu einer weiblichen Kreuzigungsszene schuf, konzentrierte sich eine andere Gruppe auf Lucas Cranach. Eine leicht verfremdete Adaption des Cranach-Bildes zu Gesetz und Gnade ziert nun den Schulflur.

Naturwissenschaftlichen Aspekten der Reformationszeit gingen zwei Gruppen nach. Die eine untersuchte den Übergang von der Alchemie zur modernen Chemie, die andere beschäftigte sich mit Kepler und Galilei und dem Wandel vom geozentrischen zum heliozentrischen Weltbild. Modelle der von beiden benutzten Fernrohre sowie Zeichnungen wurden am Präsentationsabend vorgestellt.

„Rebellionen“ in der Musik war Thema eine Projektgruppe, die ihre Ergebnisse als Rap auf der Bühne vortrug, während unter dem Motto „Rebellion im Kleiderschrank“ die Entwicklung der Mode seit der Reformation untersucht wurde. Und schließlich beschäftigte sich eine weitere Gruppe mit der Dialogkultur in digitalen sozialen Netzwerken und den Auswirkungen von „shitstorms“ und „hate speech“.

Übrigens: Nach einigem Nachdenken kommt der Luther auf der Bühne zu einer Antwort: „Die Reformation muss ständig weitergehen“, sagt er, bevor sich der Vorhang schließt – und drückt damit das aus, was auch als Fazit der Projektwoche gelten kann.

   

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